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Newsletter

12/2020

Header Bild: Luftaufnahme einer Ortschaft

Neuigkeiten aus Region gestalten

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

willkommen zur ersten Ausgabe des Newsletters. Bleiben Sie informiert über Neuigkeiten, Forschungsergebnisse und Veranstaltungen der mehr als zehn Region gestalten-Vorhaben. Im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) werden Modellvorhaben durchgeführt, Studien erstellt und innovative Angebote für regionale Akteure entwickelt. Das Programm leistet dadurch einen wichtigen Beitrag zur Förderung von gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland. Schön, dass wir Sie auf diesem Weg erreichen.

Falls der Newsletter in Ihrem E-Mail-Programm nicht korrekt dargestellt wird, können Sie diesen hier auch online lesen.

Diese Ausgabe beinhaltet:

Nach dem erfolgreichen Start des Programms in 2020 mit Aufnahme der Projekte und Initiativen in das Programm erwarten wir schon bald viele interessante Forschungsergebnisse, Einblicke, Anregungen und Vorschläge im Rahmen von Region gestalten präsentieren zu können.

Mit den besten Grüßen zum Jahresende, Ihr Region gestalten-Team

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), 
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), 
Begleitagentur VDI/VDE Innovation + Technik


Aufbau des Bundesprogrammms Region gestalten

Region gestalten ist ein Bundesprogramm des BMI zur Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den ländlichen Räumen Deutschlands. Verschiedene Akteure sind an der Umsetzung beteiligt. In enger Zusammenarbeit setzen sie den Rahmen für die Durchführung, Erforschung und den Wissenstransfer geförderter Vorhaben:

  • Die Heimatabteilung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) setzt Mittel für Vorhaben im Bereich der Raumordnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit spezieller Ausrichtung auf ländliche Räume ein. Sie dienen der Umsetzung von Schlussfolgerungen der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse" ("Unser Plan für Deutschland 2019“).

  • Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) begleitet im Auftrag des BMI das Bundesprogramm Region gestalten fachlich-wissenschaftlich und setzt es administrativ um. Aktuelle Informationen zum Bundesprogramm Region gestalten sind auch auf der Website des BBSR zu finden.

  • Die Begleitagentur VDI/VDE Innovation + Technik GmbH unterstützt und berät das BMI und das BBSR mit fachlicher Expertise und bei der Durchführung von Veranstaltungen. Die Begleitagentur leistet zusätzlich einen wertvollen Beitrag zur programmübergreifenden Kommunikation und dem Wissenstransfer.

  • Thematische Initiativen mit mehreren Modellvorhaben werden von ausgewählten Forschungsassistenzen begleitet, die mit den regionalen Akteuren im direkten Austausch stehen und mit ihrer Arbeit Forschungsfragen beantworten. Sie bilden so eine wichtige Grundlage bei der Ableitung von politischen Handlungsempfehlungen.

Weitere Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer unterstützen bei der Erstellung von Studien und der Entwicklung von Angeboten zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse wie Wissensportale oder Datentools.

Damit die geförderten Einzelprojekte und thematischen Initiativen sich untereinander bestmöglich vernetzen und somit mögliche Synergien sowie Schnittmengen genutzt werden können, wurde am 22.09.2020 das erste Vernetzungstreffen der Programmfamilie Region gestalten durchgeführt.

Das Vernetzungstreffen bot allen Programmbeteiligten Raum, sich kennenzulernen und auf dieser Basis den Wissens- und Erfahrungstransfer zu ausgewählten thematischen Schwerpunkten anzustoßen. Das BMI kommunizierte die Ziele und Erwartungen von Region gestalten und die Begleitagentur wurde als Ansprech- und Dialogpartner mit Beratungsfunktion gegenüber den verantwortlichen Personen der Einzelprojekte vorgestellt.

Beteiligte thematische Initiativen und Einzelprojekte

Projektlandschaft

ABBILDUNG VERGRÖSSERN

Im Jahr 2020 sind die folgenden thematischen Initiativen und Einzelprojekte in das Bundesprogramm Region gestalten aufgenommen worden:

Schwerpunkt Strukturwandel und regionale Strukturpolitik

Schwerpunkt Sicherung der Daseinsvorsorge zur Gewährleistung gleichwertiger Lebensverhältnisse 

  • Heimat 2.0 – Modellvorhaben zu den Potenzialen der Digitalisierung (weitere Informationen)
  • Beratungsnetzwerk zur Verbesserung der Mobilität in ländlichen Räumen und Online-Nachschlagewerk "Mobilikon" (weitere InformationenProjektwebsite)
  • Stärkung von bedarfsorientierten Pflegestrukturen
  • Nutzerfreundliches Datentool für die Datenerhebung und Datenfortschreibung von Strukturen der regionalen Daseinsvorsorge

Schwerpunkt regionale und interkommunale Zusammenarbeit

  • Regionale Open Government Labore – Erprobung von neuen Kooperationen zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft (weitere Informationen)
  • Regiopolregionen – Etwas abseits, doch gemeinsam für Stadt und Umland (weitere Informationen)

Schwerpunkt demografischer Wandel, regionale und kulturelle Identität

  • Wissensportal Transformation von Klöstern (weitere Informationen)
  • Studie Wissensverbund Regionale und kulturelle Identität

Kurzbeschreibungen und weitere Informationen zu den einzelnen Vorhaben finden Sie auch im Programmflyer.

Aktuelles aus den Vorhaben

Heimat 2.0

Heimat 2.0 setzt strukturschwache ländliche Räume auf die digitale Landkarte
Bild: Forschungsassistenz

Heimat 2.0: Auswahl der Modellvorhaben steht fest!

Neue Förderinitiative setzt strukturschwache ländliche Räume auf die digitale Landkarte.

Die Förderinitiative Heimat 2.0 als Teil des Förderprogramms Region gestalten wurde im Juni 2020 durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) ausgelobt. Ziel ist es, in strukturschwachen ländlichen Räumen mithilfe der Digitalisierung die Daseinsvorsorge zu sichern und die Lebensqualität zu verbessern. Heimat 2.0 ergänzt damit sinnvoll bestehende Förderprogramme der ländlichen Regionalentwicklung. Aus knapp 100 Bewerbungen wurden zwölf Modellregionen ausgewählt. Bundesweit setzen sie nun ihre Lösungsvorschläge zur Schaffung attraktiver Wohn- und Arbeitsstandorte, zur Verbesserung der öffentlichen Verwaltung und der Versorgung vor Ort, zur Förderung von Kultur, Zivilgesellschaft und Ehrenamt, aber auch in den Bereichen Bildung, Gesundheits- und Pflegeversorgung um. Die erste Transferwerkstatt fand am 19./20.11.2020 statt, um die Modellregionen auf den baldigen Projektstart vorzubereiten. Ein gemeinsames virtuelles Abendessen mit regionaltypischen Speisen unterstützte die Vernetzung zwischen den Modellvorhaben. Wir freuen uns darauf, Ihnen in den nächsten Newsletter-Ausgaben einzelne Modellvorhaben und erste Forschungsergebnisse vorzustellen.
Einen detaillierten Rückblick zur Transferwerkstatt finden Sie hier.
Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier.

Regiopolregionen Region gestalten

Die Regiopolregionen des Modellvorhabens.
Bild: agl 2020, auf Basis von Geodaten des BBSR

Begleitforschung des Bundes zu Regiopolregionen hat ihre Arbeit aufgenommen

Im Modellvorhaben „Regiopolen und Regiopolregionen für Deutschland“ bearbeiten die acht Mitglieder des Deutschen RegioPole-Netzwerks unterschiedliche thematische Schwerpunkte im Bereich der Infrastrukturentwicklung, um so einen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in städtischen und ländlichen Räumen zu leisten. Die Begleitforschung des Bundes hat die Aufgabe, mit thematisch fokussierten Impulspapieren die Arbeit auf Netzwerkebene zu unterstützen und gleichzeitig die Rolle von Regiopolen bzw. Regiopolregionen gemeinsam mit den Akteuren zu reflektieren. Durch die querschnittsorientierte Ausrichtung der Begleitforschung werden Zusammenhänge aus unterschiedlichen Kontexten mit den Ergebnissen des RegioPole-Netzwerks zusammengeführt und ausgewertet. Ziel ist, Empfehlungen für eine Einordnung der Regiopolen bzw. Regiopolregionen in den raumordnungspolitischen Diskurs auf Ebene des Bundes und der Länder zu formulieren. Am 20. November 2020 fand ein erstes Netzwerk-Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von BMI und BBSR, der beteiligten Regiopolen sowie der Begleitforschung statt. Im Rahmen der Online-Konferenz konnten sich alle Projektbeteiligten kennenlernen und sich über den Stand sowie über das gemeinsame weitere Vorgehen austauschen. Aufgrund der allgemeinen Beschränkungen durch die Covid-19-Pandemie verzögerte sich der Projektstart bei den Netzwerkpartnern, der Beginn des Modellvorhabens wurde auf den 1. Januar 2021 verschoben.
Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier.

Better Promote

Regionale Akteure stehen im Fokus von Better Promote.
Bild: Pixabay

Better Promote – Mehr Service-Orientierung in der Regionalförderung

Gemeinsam mit Akteuren im ländlichen Raum Ansätze für innovative Förderstrukturen entwickeln.

Förderprogramme stärken die Chancen auf Wachstum, Beschäftigung und soziale Teilhabe in strukturschwachen und ländlichen Regionen. Sie gehören zu den wichtigsten Instrumenten für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Ziel von Better Promote ist es, Einblicke in das System der Strukturförderung als Gesamtprozess zu bekommen und ressortübergreifend neue Ansätze zu gewinnen. Der Fokus des Projektes liegt dabei auf der Sichtweise der Umsetzer von Förderprojekten in den Regionen. Der Design-Thinking-Ansatz ermöglicht es den Akteuren aus dem gemeinnützigen, wirtschaftlichen und kommunalen Bereich, in Workshops gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln. Die Ergebnisse werden für die Macher von Förderprogammen in Bund und Ländern aufbereitet. Diese erhalten praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung ihrer Dienstleistungen und Förderprozesse. Es geht insbesondere darum, den Zugang zur Förderung zu verbessern, Förderhemmnisse abzubauen, Förderinstrumente miteinander zu verzahnen und den Wissenstransfer in der Regionalentwicklung zu stärken. Den Untersuchungsrahmen bilden die Programme des gesamtdeutschen Fördersystems für strukturschwache Regionen, das zum 01.01.2020 den Solidarpakt II abgelöst hat. Es bündelt mehr als 20 Förderprogramme des Bundes unter einem gemeinsamen Dach und stärkt so die aktive Strukturförderung in Deutschland. Das Projekt hat eine Laufzeit von Juni 2020 bis Juni 2022 und wird von BMI, BBSR und Sopra Steria Next durchgeführt.
Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier.

Transformation von Klöstern

Tag der Vereinsgründung. Alle sieben Gründungsmitglieder des Vereines waren in verschiedenen Bereichen an dieser Transformation beteiligt. Drei davon arbeiten im Projektteam für Region gestalten 
BILD: MICHAEL WALLACE

Zukunft Kulturraum Kloster e.V. trifft auf Region gestalten

In Deutschland gibt es über 1.000 Klöster mit großen Liegenschaften, oft im ländlichen Raum. Viele davon stehen vor einer Transformation. Mangelnder Nachwuchs in den Ordensgemeinschaften ist hierfür ein Grund. Der gemeinnützige Verein Zukunft Kulturraum Kloster e.V. unterstützt im Rahmen von Region gestalten Ordensgemeinschaften, zukünftige Besitzerinnen und Besitzer und Verantwortliche in der Region bei dieser Herausforderung.
Ein Projektteam aus Vereinsmitgliedern und Externen erstellt nun innerhalb eines Jahres ein Online-Wissensportal. Das Portal bietet Lösungen für die Transformation von Klöstern. Zusätzlich finden ein Runder Tisch und zwei Zukunftslabore statt. Hier geht es vorrangig um ein Vernetzen von Experten und Expertinnen und einen Erfahrungsausstausch.
Der Runde Tisch findet virtuell und auf Einladung am 12. Januar 2021 unter der Schirmherrschaft des BMI statt.
Zukunft Kulturraum Kloster e.V. wurde im Juni 2020 im Cohaus Kloster Schlehdorf gegründet. Das Kloster Schlehdorf war bis 2018 Sitz der Missions-Dominikanerinnen. 2019 hat die Wogeno, eine Münchner Genossenschaft für vielfältige und lebendige Wohnprojekte, das 300 Jahre alte Denkmal erworben. Dem Kauf war ein eineinhalbjähriger Probebetrieb als Wohn- und Gästehaus vorausgegangen.
Das Wissensportal geht im Sommer 2021 online!
Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier.

Zeitz-Digital

Schülerlab des Digitalisierungszentrums Zeitz 
BILD: PROJEKT

Digitalisierungszentrum Zeitz

Ziel des DZZ sind innovative digitale Lösungen, um die regionale Wirtschaft in ihrer Digitalisierung zu unterstützen und um neue Möglichkeiten für digitale Bildung und die Einbindung der Bevölkerung in kreative digitale Prozesse zu schaffen. Auf diese Weise fördert das DZZ neue Kooperationen, um den Strukturwandel und Braunkohleausstieg der Region aktiv mitzugestalten.

Nach Gesprächen mit KMUs, Handwerkerinnen und Handwerkern sowie Händlerninnen und Händlern im Rahmen einer Bedarfsanalyse wurden drei Kompetenzfelder des DZZ entwickelt. Der Gesundheits- und Pflegesektor ist einer der größten Arbeitgeber in der Region und der ländliche Raum ist medizinisch unterversorgt. Digitale Gesundheitsvorsorge, Smart City und digitale Geschäftsprozesse sind daher aktuelle Kompetenzfelder des DZZ. Weiterhin wird im DZZ ein Schülerlab und ein Makerspace zur digitalen Kompetenzvermittlung und als Mittel zum Zweck der Fachkräftesicherung und Nachwuchsbindung eingerichtet. Das Schülerlab wird ein Lernort für digitale Bildung und bringt Schülerinnen und Schüler über das projektbasierte Lernen mit der Zeitzer Wirtschaft zusammen. So lernen Schülerinnen und Schüler die Vielfalt des Wirtschaftsstandorts kennen und kommen mit Unternehmen in Kontakt, die wiederum zukünftige Absolventinnen und Absolventen kennenlernen. Das Schülerlab wird mit Zeitzer Schülerinnen und Schülern entwickelt, Mitte November 2020 sollen hierfür im Rahmen von zwei Workshops eigene Visionen und Ergebnisse zum Raumkonzept, dem individuellen und selbstbestimmten Lernen und zum Lerncoaching aufgestellt und ausgearbeitet werden. Alles Themenbereiche, die von Ihnen als besonders wichtig erachtet wurden. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die HTWK Leipzig und die Ergebnisse fließen in die didaktische Gestaltung und technische Ausstattung des Schülerlabs ein. Mit dem Makerspace wird ein Praxisort geschaffen, an dem Kreative, Existenzgründerinnen und Existenzgründer, sowie Unternehmerinnen und Unternehmer mit neuen Technologien, wie etwa dem 3D-Druck, experimentieren und innovative Lösungen verwirklichen können.
Weitere Informationen zu diesem Vorhaben finden Sie hier, unter zeitz-digital.de und auf Facebook.

Hintergrundbericht: Open Government Labore

Mut zur Beteiligung: Durch Open Government die Bürgerinnen und Bürger den Landkreis mitgestalten lassen

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Gemeinsam und kreativ für den Landkreis – Marburg-Biedenkopf zusammen denken l Workshopeindruck aus dem Jahr 2019. Bild: Projekt 

Kommunales Open Government? Das ist die bewusste und systematische Öffnung von Lokalpolitik und Kommunalverwaltung für die Interessen, Anforderungen und Fähigkeiten einer smarten und zunehmend globalisierten Gesellschaft in den Gemeinden, Städten und Kreisen. Damit setzt kommunales Open Government auf eine breite Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern. Seit dem Sommer 2019 erproben bundesweit dreizehn Laborprojekte im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat wie das Leitbild einer kommunalen Öffnung für die Zivilgesellschaft umgesetzt werden kann.

Einblicke in ein Open Government Labor: Marburg-Biedenkopf

Marburg-Biedenkopf ist einer von 21 hessischen Landkreisen und besteht aus 22 Städten und Gemeinden. Landschaftlich, kulturhistorisch und volkskundlich vielfältig, entwickelte sich der Landkreis als starker Wissens-, Industrie- und Dienstleistungsstandort, u. a. im Bereich der Gesundheitswirtschaft, aber auch als Heimat vieler teils hochspezialisierter Zulieferfirmen der Flugzeug- und Fahrzeugbranche. Die Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf praktiziert bereits seit einigen Jahren, insbesondere aber seit dem Amtsantritt von Landrätin Kirsten Fründt, einen möglichst offenen Umgang zwischen Politik, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Die Erarbeitung des Beteiligungskonzeptes ab 2014, an dem bereits zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen aus der Politik und Zivilgesellschaft mitwirkten, schuf ein neues Bewusstsein.

Die Einrichtung eines Fachdienstes „Bürgerbeteiligung und Ehrenamtsförderung“ in der Stabsstelle Dezernatsbüro der Landrätin und Bereitstellung entsprechender Ressourcen hat bereits wesentlich zur Sensibilisierung für die Thematik beigetragen. Zugleich wurden über die Beteiligungsplattform www.mein-marburg-biedenkopf.de  verschiedene Beteiligungsprojekte realisiert. So kann sichergestellt werden, dass die Erfahrungen der verschiedenen Beteiligungsprozesse gebündelt werden, zu einem kontinuierlichen Wissensaufbau führen und die Beteiligungsverfahren eine stetige Verbesserung erfahren. Die kontinuierliche Berichterstattung u. a. mittels Beteiligungskataster, Beteiligungsbericht und regelmäßigen Infobriefen hat ebenfalls dazu beigetragen, dass zum Zeitpunkt der Anerkennung als Open Government Labor (OGL) im Bundesprogramm Region gestalten bereits fundierte Erfahrungen im Bereich der Bürgerbeteiligung und damit der Offenheit gegenüber Ansprüchen und Fähigkeiten der Zivilgesellschaft vorhanden waren.

Das OGL Marburg-Biedenkopf wurde von der Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf initiiert. 
Kooperationspartner sind
• der Landkreis Marburg-Biedenkopf,
• die Gemeinde Bad Endbach,
• die Gemeinde Breidenbach,
• der St. Elisabeth-Verein Marburg e. V. und
• die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)

Das OGL befindet sich noch in der Konzeptphase zur Ausgestaltung seiner Workshop-Angebote. Inhaltlich ist es jedoch bereits gelungen, den sehr breiten Ansatz aus der Bewerbungsphase für das Bundesprogram Region gestalten zu konkretisieren und mit dem Thema „Kommunikationswege“ in den Kommunen einen Fokus zu setzen. Ein Ansatz, der nah an der Lebensrealität der Bürgerinnen und Bürger orientiert ist und damit eine rege Beteiligung an den Angeboten verspricht.

Die Laborarbeit wird diese Herausforderung aus künstlerisch-kreativer, partizipations- und demokratieorientierter, bildungsorientierter, digitaler und ehrenamtlich orientierter Perspektive aufgreifen. Im OGL wird das Format der Vernetzungstreffen eingesetzt und weiterentwickelt. Beispielhaft hierfür ist das Vernetzungstreffen „Nachhaltigkeit“, das am 6. November 2019 in Fronhausen stattfand. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit zum Gespräch über nachhaltige Initiativen und Unternehmen.

Open Governmen Labore Bild 2
Gemeinsam und kreativ für den Landkreis – Marburg-Biedenkopf zusammen denken 
(Workshopeindruck aus dem Jahr 2019, Bild: Projekt)

Chancen für Neues
„Nachhaltigkeit ist ein Thema, das viele Menschen in der Region bewegt. Wir möchten Ihnen allen mit der Veranstaltung heute die Möglichkeit geben, sich kennen zu lernen, sich auszutauschen und so vielleicht Neues ins Leben zu rufen“, begrüßte Peter Eidam, erster Vorsitzender der Region Marburger Land und Bürgermeister der Gemeinde Weimar, die Teilnehmenden. Durch den Abend führte anschließend das „Kollektiv von morgen“, eine Gruppe von Akteuren und Akteurinnen, die bereits einige Jahre im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aktiv sind.

Die Karte von Morgen
Kern der Veranstaltung war die „Karte von Morgen“ und deren Bewertungsfunktion. Mit dieser kann letztlich jeder unter Eingabe von Quellen eintragen, wie nachhaltig Initiativen und Unternehmen in den unterschiedlichen Bereichen wahrgenommen werden und welche Faktoren die Nutzenden als besonders zukunftsorientiert einschätzen. „...anhand einer Skala, die von „von gestern“ über „von heute“ bis hin zu „visionär“ reicht“, erläutert Ann-Marie Weber das Bewertungssystem und betonte: „Viel wichtiger als die Bewertung an sich ist aber die Möglichkeit, so Feedback und Denkanstöße geben zu können“.

Rede und Antwort
Im zweiten Teil der Veranstaltung standen verschiedene Initiativen freiwillig Rede und Antwort. Diskutiert wurden unterschiedliche Aspekte der Nachhaltigkeit und deren Umsetzung in den Projekten. Anschließend wurden die neuen Bewertungen auf der „Karte von Morgen“ eingetragen. Regionalmanagerin Marburger Land Alexandra Klusmann zum Abend: „Sowohl die konstruktive Stimmung als auch die Erkenntnisse des Abends zeigen uns, wie wertvoll es ist, Angebote wie dieses zu schaffen und aktiv in die Region zu gehen.“

Hintergrund
Die „Karte von Morgen“ ist eine interaktive Landkarte, die Orte in der Umgebung anzeigt, an denen sich Menschen für eine gerechte und umweltfreundliche Welt einsetzen. Bereits im Mai war die Karte auf einer offenen Vernetzungsveranstaltung im Kreishaus präsentiert worden. Mit der Karte als „Werkzeug“ sollen Wege in ein nachhaltigeres Leben und in eine nachhaltige Region aufgezeigt werden. Das Vernetzungstreffen ist damit auch die Fortsetzung der Aktivitäten des Kreises rund um das 2018 verabschiedete Nachhaltigkeitskonzept des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Das Konzept soll die nachhaltige Entwicklung der Verwaltung und Region fördern und unterstützen.

Mehr zur Karte von Morgen und über die Vernetzungsveranstaltung gibt es auf der Beteiligungsplattform www.mein-marburg-biedenkopf.de.

Für die Implementierung eines systematischen und umfassenden Öffnungsprozesses ist es nach den bisherigen Erfahrungen - aus den Modellprojekten sowie bestehenden Projekten der Kreisverwaltung - unabdingbar, Open Government auf die konkrete Erfahrungs- und Arbeitswelt der betroffenen Personengruppen zu beziehen und diese bereits vor dem Start frühzeitig einzubeziehen.

Die Vision von Open Government ist es, eine neue Qualität der Beteiligungsprozesse zu erreichen, die zu einer dauerhaften Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft führt. Dabei fördert der Laborcharakter die Bereitschaft, unkonventionelle oder unsicher erscheinende Methoden und Wege auszuprobieren und sich auf Anregungen und Wünsche der Partner und Partnerinnen einzulassen. Mit dem so geschaffenen, vom alltäglichen Handeln abgegrenzten und mit fachlicher Expertise begleiteten Experimentier-Räumen fällt es den Akteuren leichter, Fehler und offene Fragen zuzulassen und diese als Positivfaktoren von Projektarbeit zu verstehen und nutzen zu lernen.

Ausblick
Bedauerlicherweise hat die Corona-Pandemie nicht nur zu Verzögerungen in der konzeptionellen Anlaufphase geführt, sondern stellt die Laborarbeit durch die Unberechenbarkeit vor große Herausforderungen. Eine Erfahrung aus den ersten Workshops ist, dass Open Government als Gesamtkonzept für Akteure und Zielgruppen, die sich neu mit der Thematik beschäftigen, sehr komplex erscheint. Die Ursprungsidee physischer Begegnungsräume in leerstehenden Gebäudeteilen in den Ortskernen musste leider verworfen werden. Stattdessen werden die Beteiligungsangebote zu mobilen Formaten weiterentwickelt. Daher werden mobile Veranstaltungsboxen mit dem jeweils nötigen Equipment erstellt, die dann in den Laborphasen in beiden Kommunen – Bad Endbach und Breitenbach – zum Einsatz kommen werden. Dieses Vorgehen bietet auch Vorteile, denn so können die Angebote nicht nur in den Kernorten, sondern im Sinne aufsuchender Beteiligung ortsungebunden eingesetzt werden. Sie bleiben darüber hinaus auch über das Projekt hinaus bestehen und können dadurch nachhaltig weitergenutzt werden.

Veranstaltungshinweise

21. Januar 2021

14. Zukunftsforum ländliche Entwicklung

Das Bundesprogramm Region gestalten wird sich auf dem 14. Zukunftsforum ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) präsentieren. Das Forum findet 2021 als digitale Konferenz statt und stellt sich der Frage: Alles digital oder doch wieder „normal“? Neue Formen von Arbeit und Teilhabe als Chance für die ländlichen Räume. Aus der Programmfamilie Region gestalten werden die Projekte Mobilikon, Heimat 2.0 sowie Regionale Open Government Labore vorgestellt.
Melden Sie sich jetzt an und diskutieren Sie mit! Mehr Informationen zur Veranstaltung und das Anmeldeportal finden Sie unter zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de. Eine Anmeldung ist ab jetzt jederzeit möglich.

Frühjahr 2021

Fachtagung Region gestalten 2021

Die Fachtagung wird ein übergreifendes Thema aufgreifen und bearbeiten. In mehreren parallelen Fachforen werden dazu Detailthemen diskutiert. Die Fachtagung dient dem Austausch, dem Wissens- und Informationstransfer aus den Modellvorhaben und Initiativen in die breite (Fach-)Öffentlichkeit und der Präsentation von konkreten Erfolgsbeispielen.

EIN PROGRAMM DES
in Zusammenarbeit mit

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Herausgeber
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 10557 Berlin
Internet: www.bmi.bund.de

in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat I 1 - Raumentwicklung
Frau Margareta Lemke
Telefon: +49 228 99401-1319
region-gestalten@bbr.bund.de
Deichmanns Aue 31-37, 53179 Bonn

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